Freitag, 16. Oktober 2015

10. Tag Cape Cornwall

Der letzte Ausflug unseres Herbsturlaubs führt uns nach Cape Cornwall. Dieser Ort galt früher als der westlichste Englands, bis man noch mal nachgemessen hat.

Frage nebenbei: Wie mißt man soetwas, möglicherweise auf den Meter genau?

Auf jeden Fall trennt das Cape den Ärmelkanal, links, und die irische See, die rechts beginnt, wenn man auf dem Cape steht und in Richtung Amerika guckt.

Wieder haben wir traumhaftes Wetter, es wird tagsüber nach etwas nebligen Beginn bis zu 17 Grad warm.

Es war ein sehr erholsamer Urlaub, nicht sehr viel Aktion, aber die Ruhe, die Landschaft, das Wetter waren Entspannung pur. Das englische Essen war gut, wir können wirklich nicht klagen. Und wieder hat uns angenehm überrascht, dass es überall öffentliche Toiletten gibt, die sauber sind.

Morgen früh geht es zurück, um 18 Uhr geht die Fähre von Dover nach Dünkirchen. Irgenwann gegen Mitternacht werden wir hoffentlich wohlbehalten zu Hause sein. Wenn jemand mal Urlaub in Cornwall machen möchte - nur zu, wir können es nur empfehlen.

Noch etwas ist uns aufgefallen, angesichts des abendlichen Fernsehprogramms. Es gibt fast nur englische Filme, mit englischen Gesichtern und englischer Landschaft, die wir jetzt besser kennen. Es gibt fast nur englische Nachrichten und die Zeitungen drehen sich fast ausschließlich um Großbritannien. Also, das Land dreht sich um sich selbst. Das ist eine ein bisschen eingeschränkte Sichtweise.  (Wer hat denn den Irak-Krieg voll Begeisterung geführt, das war Tony Blair, und wir haben jetzt die Folgen - Flucht aus einem zerstörten Staat - zu tragen. Davon will der Engländer jetzt nichts mehr wissen. Ende Politik.)

Eine Haus, wie einem Rosamunde-Pilcher-Film entsprungen.

Das ist es, das Cape. Tolle Aussicht, links ist ein großer Golfplatz.

Anfang des 20. Jahrhunderts gab es in Cornwall 50.000 Minenarbeiter. Überall sind Reste von Öfen und Fabriken zu sehen, wo Zinn und Kupfer gewonnen wurden. Hier wird wohl eine Mine besichtigt. Die gelben Punkte sind Helme.


Hier beginnt der Ärmelkanal und die Spitze oben ist Land's End.

Fabrikreste in malerischen Landschaft-

Die irische See geht hier los.

Nochmal das Cape Cornwall in voller Schönheit

Dieser Bach führt ins Meer. Früher hatte er Wasserräder, das die Minenarbeiter nutzten. Wir trafen "Volunteers", die ihn von Pflanzen und Schilff reinigten.

Noch ein malerischer Fabrikrest. Für die 50.000 Arbeiter und auf eigene Rechnung arbeitenden "Zinner" war es nicht so lustig. Sie verloren ihre Arbeit und mußten auswandern.

Donnerstag, 15. Oktober 2015

9.Tag Lamorna Cave

Zu Fuß gingen wir heute über den Ort Paul nach Mousehole. Von dort liefen wir den Coast Foot Path bis nach Lamorna. Es war sehr anstrengend, denn es ging hoch und runter und der Pfad ist schmal und sehr steinig. Zwischendurch gingen wir durch von hohen Hecken umgebenen Wegen, so dass man weder Land noch Meer sehen konnte, nur Brombeersträucher und Hecken. Aber dann öffnete sich die Aussicht und wir hatten wunderbare Blicke auf das Meer und die Felsenlandschaft. Nach 4 Stunden waren wir wieder zu Hause.


Der mächtige Kirchturm von Paul ist weithin sichtbar und ein Wahzeichen der Gegend. Wir haben uns sehr gefreut, als wir ihn auf dem Rückweg sahen, denn da wußten wir, dass es nicht mehr weit bis nach Hause war.

Bei Sturm kann die Hafeneinfahrt Mousehole geschlossen werden. Mousehole spricht sich übrigens "Mausel", wie wir heute gelernt haben.

Unsere Wanderung beginnt mit dieser Aussicht.

Felsen, Wasser, Sonne


Die Bucht von Lamorna.

Leicht erschöpft, aber sehr zufrieden.

Endlich wieder Licht und Weite.

Auf diesem Foto befindet sich eine Vera.

Auf dem hier auch.

Ich mein, wir haben Ende Oktober. Palmen in Lamorna. Viele Engländer laufen noch mit Sandalen, kurzen Hosen und T-Shirts herum. Dabei hat es maximal 14 Grad. Aber das Klima ist schon grundsätzlich milde.

Die Bucht von Larmorna, wo es zum Glück ein Cafe gibt.



Abends essen wir im "Ship Inn" in Mousehole. Das Fish-Pie, es sah genauso aus, wie hier abgebildet, hat ausgezeichnet geschmeckt.

Mittwoch, 14. Oktober 2015

8. Tag St. Ives



Heute besuchen wir die Küste an der Nordseite von Cornwall. St. Ives, ein Städtchen mit 11.000 Einwohnern. Virginia Woolf verbrachte hier ihre Sommermonate als Kind und Rosamunde Pilcher wuchs in der Nähe auf. Es ist ein beliebter Ausflugs- und Ferienort und hat eine Künstlerkolonie.
Wir genießen den schönen Sonnentag, das warme Wetter und die entspannte Atmosphäre.

Blick auf den Hafen



Geschäft in der Hauptstraße




wie im Sommer

Bullis sind beliebt

Das Schreien der Möwen begleitet uns den ganzen Tag.

Hier gibt es die besten Pasties.Das sind gefüllte Teigtaschen.

Der Hafen

Die Menschen sitzen auf den Bänken und flanieren.

Das ganze Schaufenster voll.

It's teatime

Bei den Farben muß der Tee schmecken - und er schmeckt! Nach Fish and Chips bzw. den Pasties ist kein Platz mehr für Scones und Clotted Creame.

Blick übers Meer, ein Stück außerhalb von St. Ives

So ein schönes Land ...

7. Tag St. Michael's Mount

Das ist unsere Stammkneipe "Kings Arms".  
Sie liegt in Paul, 1 km von unserem Cottag entfernt. Sie ist die einzige im Ort.









 

Wir fahren mit Fahrrad zunächst steil hinunter nach Mousehole. Dort kauft Vera Postkarten.




Ebbe in Mousehole.


Auch die Surfbretter sind im Trockenen.



Unser Tagesziel, St. Michaels Mount, ca. 12 km entfernt. 
Mit dem Rad 24 km und den Berg hinauf. 16% Steigung.


Ebbe auch in Penzance.





Dann sind wir da.Bei Ebbe ist die Burg zu Fuß zu erreichen.

Erst mal stärken. Cornische Scones. Natürlich mit Marmelade und Clotted Cream.



Hat geschmeckt. Jetzt besichtigen wir die Burg.
 "Eduard der Bekenner schenkte den Benediktinermönchen von Mont St. Michel in der Normandie im Jahr 1050 ein Tochterkloster: St. Michael's Mount. 1425 ging das Kloster auf dem 70 m hohen Granitfelsen in den Besitz der Krone über und wurde als Seefestung ausgebaut. ... 1954 erwarb der National Trust St. Michaels Mount." (Baedeker)


Jetzt wißt ihr natürlich wieder nicht, wer Eduard der Bekenner war. Deshalb hier Wikipedia:


"Eduard war der Sohn Æthelreds II. des Unberatenen aus dem Haus Wessex und der normannischen Herzogstochter Emma. Seine Geschwister waren Alfred († 1036) und Goda (auch Guda, Godgifu; * 1004, † um 1047; ∞ 1. Drogo von Mantes ∞ 2. (1035) Eustach II. von Boulogne). Sein Halbbruder Edmund II. Eisenseite (* um 989; † 1016) war 1016 kurzzeitig König von England. Er hatte zahlreiche weitere Halbgeschwister väterlicherseits.
Seine verwitwete Mutter heiratete 1017 Knut den Großen, mit dem sie seine Halbgeschwister Hardeknut (* 1018 † 8. Juni 1042), seinen Vorgänger als englischer König, und Gunhild (* 1019 † 18. Juli 1038) hatte, die Frau des Herzogs von Bayern und späteren deutschen Kaisers Heinrich III. Sven (um 1016–1036, Jarl von Norwegen 1029–1035) und Harald Harefoot (um 1016–1040, König von England 1037–1040) wurden durch diese Verbindung seine Stiefbrüder.
Er heiratete 1045 Edith von Wessex, Tochter des Grafen Godwin von Wessex, doch blieb die Ehe kinderlos."

Ich habe das in Wahrheit aber nur zitiert, weil ich die Namen so toll finde:

Äterel, der Unberatene
Eustach von Boulogne
Geschwister Alfred und Goda bzw. Godgifu
Drogo von Mantes
Edmund Eisenseite
Halbschwester Hardeknut
Harald Harefoot
Edith von Wessex, Tochter von Godwin von Wessex.

Herrlich!



Die Kanonen reichten 150 Yards weit.


Steil hinauf auf felsigem Weg


Blick hinaus aufs Meer


Raucherzimmer mit Vera


Tisch aus englischer Eiche


Rund um die Burg sind wunderschöne, sorgsam gepflegte Gärten angelegt.



Wenn die Flut kommt, wird man mit diesem Fahrzeug wieder an Land gefahren.


Sieht doch schau aus, oder?


Auch in Penzance hat die Flut wieder alle Boote gehoben.